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Berufsbilder

Teil von Berufsbilder im Vergleich mit Aufgaben, Gehalt und Aufstiegschancen in Deutschland

Checkliste zur Auswahl des passenden Berufsbilds in Deutschland

Checkliste zur Auswahl des Berufsbilds: Kriterien von Interessen bis Vergütung, konkrete Berufe, Weiterbildung und regionale Nachfrage 2024.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Fünf Kriterien entscheidenInteressen, körperliche Anforderungen, Ausbildungsvergütung, Weiterbildungswege und regionale Nachfrage.
  • Vergleiche fünf konkrete Berufsbilder, etwa Mechatroniker, Pflegefachkraft, Industriekaufmann, Fachinformatiker und Anlagenmechaniker.
  • Die gesetzliche Mindestvergütung beträgt 2024 im ersten Ausbildungsjahr 649 Euro pro Monat.
  • Tarifgebundene Betriebe zahlen im ersten Ausbildungsjahr häufig 1.000 Euro und mehr.
  • Selbsterkundungstools der Bundesagentur für Arbeit und die Beratung der Kammern kosten nichts.

Prüfreihenfolge in fünf Schritten

Prüfreihenfolge in fünf Schritten

  1. Fünf Berufsbilder auswählen, drei Tätigkeiten notieren
  2. Arbeitsumgebung und körperliche Anforderungen vergleichen
  3. Ausbildungsvergütung bei drei Betrieben erfragen
  4. Weiterbildungswege und Aufstiegsmöglichkeiten prüfen
  5. Regionale Nachfrage, Engpassberufe, Pendelzeiten bewerten
  1. Interessen klärenNotiere drei Tätigkeiten, die dir liegen, und drei, die dich belasten.
  2. Körperliche Anforderungen prüfenNotiere gesundheitliche Einschränkungen und prüfe Lasten, Staub und Schichtdienst.
  3. Vergütung vergleichenLass dir Mindestvergütung und Tarifbetrag von drei Betrieben schriftlich nennen.
  4. Weiterbildungswege mitdenkenPrüfe Fortbildungsordnung, Dauer und Förderung über Aufstiegs-BAföG.
  5. Regionale Nachfrage prüfenVergleiche Ausbildungsplatzangebot, Bewerberzahl und Pendelzeit im Umkreis von 45 Minuten.

Interessen und Arbeitsumgebung

Ordne zuerst Tätigkeiten zu, nicht Branchen. Wer gern schraubt, Fehler sucht und Anlagen wartet, prüft Mechatroniker oder Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. Wer körpernah und mit Menschen arbeitet, prüft Pflegefachfrau oder Pflegefachmann. Wer Zahlen, Belege und Prozesse ordnet, prüft Industriekaufmann. Wer Software entwickelt, prüft Fachinformatiker in Anwendungsentwicklung oder Systemintegration.

Notiere dann drei Tätigkeiten, die dir liegen, und drei, die dich belasten. Prüfe die Arbeitsumgebung: Werkstatt, Labor, Büro, Baustelle, Pflegeheim, Schichtbetrieb. Check-U und der Berufe-Entdecker auf planet-beruf.de sind kostenlos. Eine Übersicht zur Berufsberatung und Berufsorientierung stellt das Bundesarbeitsministerium bereit.

Körperliche Anforderungen

Anlagenmechaniker heben und tragen täglich schwer, Pflegefachkräfte bewegen Patienten, Mechatroniker arbeiten mit Kühlschmierstoffen und im Schichtsystem. Industriekaufleute arbeiten überwiegend sitzend, Fachinformatiker zusätzlich mit Bildschirmarbeit. Allergien schließen einzelne Berufsbilder aus.

Ein Praktikum von einer Woche zeigt mehr als jede Berufsbeschreibung. Notiere gesundheitliche Einschränkungen schriftlich und sprich sie im Vorstellungsgespräch an. Bei Absturzgefahr, Atemschutz oder Schichtdienst veranlasst der Betrieb vor Ausbildungsbeginn eine Eignungsuntersuchung.

Ausbildungsvergütung 2024: Mindestbeträge und Tarifvergleich

Ausbildungsvergütung 2024

AusbildungsjahrMindestvergütung 2024 ohne Tarifvertrag, pro Monat
1.649 Euro
2.766 Euro
3.876 Euro
4.909 Euro

Diese Beträge gelten ohne Tarifvertrag, geregelt in Paragraf 17 des Berufsbildungsgesetzes. Tarifgebundene Betriebe zahlen den Tarifbetrag, nicht die Mindestvergütung. Die 2024er-Werte werden ab 2025 und 2026 durch höhere Mindestbeträge ersetzt. Für 2025 steigt der Mindestbetrag im ersten Ausbildungsjahr auf 682 Euro.

Beispielrechnung: Über drei Ausbildungsjahre ergeben die Mindestbeträge 7.788 Euro, 9.192 Euro und 10.512 Euro, zusammen 27.492 Euro brutto.

Tarifgebundene Betriebe zahlen mehr. In der Metall- und Elektroindustrie, in der Chemieindustrie und im öffentlichen Dienst bei Bund, Ländern und Kommunen sind im ersten Ausbildungsjahr 1.000 Euro und mehr üblich. Vergleiche dasselbe Berufsbild bei drei Betrieben und lass dir den Betrag schriftlich nennen.

Weiterbildungswege

Mechatroniker legen die Prüfung zum Industriemeister Metall oder Elektrotechnik ab. Industriekaufleute gehen zur Fachwirtprüfung, zur Bilanzbuchhalterprüfung oder zum Bachelor Professional in Wirtschaft. Anlagenmechaniker wählen den Meister im Installateur- und Heizungsbauerhandwerk, Pflegefachkräfte eine Fachweiterbildung in Intensivpflege, Anästhesie oder Praxisanleitung. Fachinformatiker wählen eine IT-Fortbildung der Kammern oder ein Studium nach Berufserfahrung.

Seit der Novelle des Berufsbildungsgesetzes 2020 tragen viele Fortbildungsabschlüsse zusätzlich die Bezeichnung Bachelor Professional oder Master Professional. Das Aufstiegs-BAföG fördert viele dieser Wege, ein Studium ist mit Berufserfahrung auch ohne Abitur möglich. Die Fortbildungsordnungen der Kammern nennen Voraussetzungen, Dauer und Kosten, die Beratung der Kammern ist kostenlos.

Regionale Nachfrage und Engpassberufe

Pflegefachkräfte, Mechatroniker, Elektroniker für Betriebstechnik, Anlagenmechaniker und Berufskraftfahrer zählen in vielen Arbeitsagenturbezirken zu den Engpassberufen. Kaufmännische und IT-Berufe finden sich häufiger in Ballungsräumen, Handwerk und Produktion im Umland. Prüfe Ausbildungsplatzangebot, Bewerberzahl und Pendelzeit mit Bus und Bahn im Umkreis von 45 Minuten. Die Engpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit weist die betroffenen Berufsbilder je Arbeitsagenturbezirk aus.

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag bündelt Zahlen zur Fachkräftesicherung. Wie Betriebe ihre Ausbildungsberufe sichtbar machen, zeigt die DIHK-Kampagne zur Ausbildung.

Häufige Fragen

Wie viele Berufsbilder sollte ich in die engere Wahl nehmen?

Fünf. Prüfe jedes mit einem Praktikum und einem Gespräch mit einer Fachkraft.

Wo bekomme ich kostenlose Beratung?

Bei der Berufsberatung der Bundesagentur für Arbeit, bei der IHK-Ausbildungsberatung, bei den Handwerkskammern und in den Jugendberufsagenturen.

Wie hoch ist die Ausbildungsvergütung mindestens?

2024 im ersten Ausbildungsjahr 649 Euro pro Monat ohne Tarifvertrag. Gilt ein Tarifvertrag, zahlt der Betrieb den tariflichen Betrag.

Wann lohnt sich welche Weiterbildung?

Wenn die Fortbildungsordnung des Berufsbilds den Weg vorsieht und das Aufstiegs-BAföG die Kosten senkt.

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