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Berufsbilder

Teil von Berufsbilder im Vergleich mit Aufgaben, Gehalt und Aufstiegschancen in Deutschland

Berufsbilder in Industrie und Handwerk: Aufgaben, Ausbildung und Gehalt

Berufsbilder in Industrie und Handwerk im Vergleich: Aufgaben, Ausbildungsdauer, Kammerzuständigkeit, tarifliche Vergütung 2024 und Aufstiegswege.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Industrieberufe prüft die IHK, Handwerksberufe die Handwerkskammer.
  • Die duale Ausbildung dauert je nach Beruf drei bis dreieinhalb Jahre.
  • Tarifliche Ausbildungsvergütungen liegen in der Industrie meist über denen im Handwerk.
  • Aufstieg führt über Meister, Techniker, Fachwirt oder ein Studium.
  • Alle Vergütungs- und Gehaltsangaben beziehen sich auf den Tarifstand 2024.

Zwei Systeme, zwei zuständige Stellen

Wer eine duale Ausbildung beginnt, schließt einen Vertrag mit einem Betrieb und besucht parallel die Berufsschule. Zuständig für Prüfungen, Beratung und Streitfälle ist die zuständige Stelle: bei Industrieberufen die Industrie- und Handelskammer, bei den Gewerken der Anlage A der Handwerksordnung die Handwerkskammer.

Der rechtliche Rahmen ist für beide Bereiche gleich. Das Berufsbildungsgesetz regelt Ausbildungsvertrag, Prüfungen und Fortbildungsstufen. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales fasst die Regeln unter Berufliche Ausbildung zusammen.

Unterschiede entstehen vor allem beim Geld. Industriebetriebe sind oft tarifgebunden, etwa über die Tarifverträge der Metall- und Elektroindustrie oder der chemischen Industrie. Handwerksbetriebe sind kleiner, eine Tarifbindung ist dort seltener.

Drei Berufsbilder aus der Industrie: Industriemechaniker, Mechatroniker und Chemikant

Die Tabelle nennt für Industriemechaniker/-in, Mechatroniker/-in und Chemikant/-in die Aufgaben, die Ausbildungsdauer und die Vergütung im ersten Ausbildungsjahr.

BerufAufgabeDauerVergütung 1. Ausbildungsjahr
Industriemechaniker/-inFertigt und wartet Maschinen, Getriebe und Metallbauteile3,5 Jahre1.000 bis 1.150 Euro
Mechatroniker/-inBaut und wartet mechatronische Systeme und Anlagen3,5 Jahre1.000 bis 1.150 Euro
Chemikant/-inFährt und überwacht chemische Produktionsanlagen3,5 Jahre1.100 bis 1.250 Euro

Alle drei Berufe sind der Industrie- und Handelskammer zugeordnet. Die Vergütungsspannen beziehen sich auf tarifgebundene Betriebe im Jahr 2024 und unterscheiden sich nach Bundesland, Tarifbezirk und Branche. Wie eine Ausbildung abläuft, beschreibt die Bundesagentur für Arbeit unter Informationen zur Ausbildung.

Industrieberufe im Vergleich

Industriemechaniker/-in

Aufgaben
Maschinen und CNC-Anlagen
Dauer
3,5 Jahre
Vergütung 1. Jahr
1.000–1.150 Euro

Mechatroniker/-in

Aufgaben
Mechanik, Elektronik, Steuerung
Dauer
3,5 Jahre
Vergütung 1. Jahr
1.000–1.200 Euro

Chemikant/-in

Aufgaben
Verfahrenstechnische Anlagen
Dauer
3,5 Jahre
Vergütung 1. Jahr
1.050–1.250 Euro

In allen drei Berufen steigt die Vergütung mit jedem Ausbildungsjahr. Im letzten Jahr zahlen tarifgebundene Industriebetriebe meist zwischen 1.250 und 1.450 Euro brutto monatlich.

Nach dem Abschluss liegt das tarifliche Einstiegsgehalt in der Metall- und Elektroindustrie häufig zwischen 2.900 und 3.400 Euro brutto. In der chemischen Industrie sind 3.400 bis 3.800 Euro üblich, jeweils ohne Sonderzahlungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Damit starten Industriemechaniker und Mechatroniker in der Metall- und Elektroindustrie, Chemikanten in der chemischen Industrie.

Für 2026 sind die Werte mit den dann gültigen Tarifverträgen abzugleichen.

Drei Berufsbilder aus dem Handwerk

Diese drei Handwerksberufe stehen in Anlage A der Handwerksordnung, zuständig ist die Handwerkskammer. Industrie und Handwerk zählen überwiegend zum produzierenden Gewerbe, das das Statistische Bundesamt in seiner Wirtschaftsstatistik führt. Die Tarifbindung ist regional unterschiedlich, deshalb fallen die Spannen breiter aus.

BerufTätigkeitDauerVergütung 1. Ausbildungsjahr
Tischler/-inFertigt Möbel und Bauteile aus Holz, montiert vor Ort3 Jahre800 bis 950 Euro
Anlagenmechaniker/-in für Sanitär-, Heizungs- und KlimatechnikInstalliert und wartet Heizungs- und Sanitäranlagen3,5 Jahre850 bis 1.000 Euro
Elektroniker/-in für Energie- und GebäudetechnikVerlegt Leitungen, installiert Schalt- und Gebäudetechnik3,5 Jahre850 bis 1.050 Euro

Im letzten Ausbildungsjahr liegen die Vergütungen in tarifgebundenen Handwerksbetrieben meist zwischen 1.000 und 1.200 Euro brutto.

Nach der Gesellenprüfung starten Fachkräfte häufig mit 2.300 bis 2.900 Euro brutto monatlich. In Ballungsräumen und in spezialisierten Betrieben liegen die Werte höher.

Beispielrechnung: Was die Ausbildung einbringt

Die folgende Rechnung zeigt, was über die Ausbildungszeit zusammenkommt. Sie gilt für tarifgebundene Betriebe, alle Werte sind gerundet.

  • 49.500Euro bruttoIndustriemechaniker, dreieinhalb Jahre
  • 34.200Euro bruttoTischler, drei Jahre
  • 200Euro brutto monatlichDifferenz im ersten Ausbildungsjahr

Über die volle Ausbildungszeit summiert sich der Unterschied auf rund 15.300 Euro brutto. Die Ausbildungsdauern unterscheiden sich, deshalb bleibt der Vergleich ein Anhaltspunkt.

Sonderzahlungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld bleiben unberücksichtigt, und die Tarifbezirke zahlen unterschiedlich hoch. Der tatsächliche Unterschied kann deshalb größer oder kleiner ausfallen.

Aufstieg nach der Ausbildung

Seit der Novelle des Berufsbildungsgesetzes gliedert sich die höhere Berufsbildung in drei Stufen: Geprüfter Berufsspezialist, Bachelor Professional und Master Professional.

Am bekanntesten bleiben Industriemeister, Meister im Handwerk und staatlich geprüfte Techniker. Konkrete Beispiele sind der Industriemeister Metall, der Tischlermeister und der staatlich geprüfte Techniker in den Fachrichtungen Elektrotechnik oder Maschinentechnik. Wer im Betrieb bleiben will, legt zusätzlich die Ausbildereignungsprüfung ab.

Wer studieren will, kann mit Fachhochschulreife und Ausbildung direkt in ein technisches Bachelorstudium einsteigen. Die Deutsche Industrie- und Handelskammer bündelt ihre Positionen zur Fachkräftesicherung unter Fachkräfte.

Häufige Fragen

Wer ist für meine Ausbildung zuständig?

Bei Industrieberufen ist es die Industrie- und Handelskammer, bei Handwerksberufen der Anlage A die Handwerkskammer. Beide Stellen tragen Ausbildungsverträge ein und organisieren die Prüfungen.

Wie lange dauert eine Ausbildung in Industrie und Handwerk?

Die Regelzeit liegt bei drei bis dreieinhalb Jahren. Tischler lernen drei Jahre, Industriemechaniker, Mechatroniker und Anlagenmechaniker dreieinhalb Jahre.

Wie hoch ist die Ausbildungsvergütung 2024?

Die Tabellen oben nennen die Spannen für das erste Ausbildungsjahr, getrennt nach Industrie und Handwerk. Tarifgebundene Betriebe zahlen mehr als Betriebe ohne Tarifvertrag. In der chemischen Industrie liegt die Vergütung am oberen Rand der Spannen.

Was verdiene ich nach der Ausbildung?

Die Einstiegsgehälter stehen in den Abschnitten zu Industrie und Handwerk. Chemikanten starten in der chemischen Industrie höher als Industriemechaniker und Mechatroniker in der Metall- und Elektroindustrie. Im Handwerk liegen die Werte darunter.

Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es?

Meister, staatlich geprüfter Techniker, Fachwirt oder ein Bachelorstudium. Die höhere Berufsbildung kennt seit 2020 die Stufen Bachelor Professional und Master Professional.

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