
Fachlaufbahnen
Teil von Fachlaufbahnen planen: Wege, Voraussetzungen und Förderung
Fachlaufbahnen planen mit Meister, Techniker oder Bachelor im Vergleich
Meister, Techniker oder Bachelor: Dauer, Kosten, Förderung, Zugang und Gehaltsstufen im Vergleich, mit Aufstiegs-BAföG, BAföG und Beispielrechnung.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Meister und Techniker verlangen eine Berufsausbildung und Praxis, der Bachelor die Hochschulreife oder eine anerkannte berufliche Qualifikation.
- Die Meistervorbereitung dauert sechs Monate in Vollzeit bis zwei Jahre berufsbegleitend, die Fachschule zwei Jahre, der Bachelor sechs bis sieben Semester.
- Aufstiegs-BAföG fördert Fortbildungen zum Meister, Techniker oder Fachwirt, BAföG das Erststudium.
- In Tarifbetrieben liegen Meister und Techniker meist ein bis zwei Entgeltgruppen über Fachkräften, Bachelor-Absolventen starten auf Ingenieurniveau.
- Bei Vollzeitlehrgängen kostet der Verdienstausfall mehr als die Kursgebühr.
Zugang, Dauer und Kosten im Vergleich
Zugang, Dauer und Kosten
Meister
- Zugang
- Ausbildungsabschluss plus Praxis
- Dauer
- ein bis zwei Jahre berufsbegleitend
- Kosten
- 3.000 bis 9.000 Euro plus Prüfungsgebühren
- Förderung
- Aufstiegs-BAföG
- Einstieg
- Werkstattleitung, Schichtführung
Techniker
- Zugang
- Ausbildungsabschluss und meist ein Jahr Praxis
- Dauer
- zwei Jahre Vollzeit, drei bis vier Jahre Teilzeit
- Kosten
- staatlich gering, privat mehrere Tausend Euro
- Förderung
- Aufstiegs-BAföG
- Einstieg
- Konstruktion, Arbeitsvorbereitung
Bachelor
- Zugang
- Hochschulreife oder berufliche Qualifikation
- Dauer
- sechs bis sieben Semester
- Kosten
- Semesterbeitrag 100 bis 400 Euro, in Baden-Württemberg zusätzlich 1.500 Euro
- Förderung
- BAföG, Stipendien
- Einstieg
- Entwicklung, Projektleitung
Den Meister regeln Handwerksordnung und Berufsbildungsgesetz. Zugelassen wird, wer die Abschlussprüfung im Ausbildungsberuf bestanden hat. Die Prüfung besteht aus vier Teilen, darunter Betriebswirtschaft und Berufspädagogik.
Der Techniker entsteht an einer Fachschule, deren Ordnung das jeweilige Bundesland erlässt. Meister, Techniker und Bachelor stehen im Deutschen Qualifikationsrahmen auf derselben Stufe 6. Nach dem KMK-Beschluss von 2009 öffnen Meister und Techniker den allgemeinen Hochschulzugang, Fachkräfte mit drei Jahren Praxis erhalten einen fachgebundenen Zugang.
Meisterkurse kosten je nach Handwerk und Kammer meist zwischen 3.000 und 9.000 Euro. Für ein Erststudium fällt in allen Bundesländern außer Baden-Württemberg nur der Semesterbeitrag an. Dort zahlen Nicht-EU-Bürger und Zweitstudierende 1.500 Euro je Semester.
Beispielrechnung: Lehrgangskosten und Verdienstausfall
Ein berufsbegleitender Meisterlehrgang kostet 7.000 Euro. Aufstiegs-BAföG zahlt davon 50 Prozent als Zuschuss, also 3.500 Euro. Die restlichen 3.500 Euro laufen als zinsgünstiges Darlehen, von dem nach bestandener Prüfung die Hälfte erlassen wird. Der Eigenanteil sinkt damit auf 1.750 Euro.
Wer zwei Jahre in Vollzeit an die Fachschule geht, verliert in dieser Zeit sein Einkommen. Beispielrechnung mit angenommenen 2.200 Euro Netto im Monat: 24 Monate ergeben 52.800 Euro entgangenes Netto. Der Vollzeitweg kostet damit ein Vielfaches der Kursgebühr.
Förderung: Ein Antrag, mehrere Töpfe
Aufstiegs-BAföG nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz trägt Lehrgangs- und Prüfungsgebühren für Meister, Techniker, Fachwirte und weitere Fortbildungen, förderfähig sind bis zu 15.000 Euro. Der Antrag gehört vor Kursbeginn zur Bewilligungsstelle des Landes. BAföG für Studierende hängt vom Elterneinkommen ab.
Für Beschäftigte können Arbeitgeber die Weiterbildungsförderung der Bundesagentur für Arbeit beantragen. Zuschüsse zu Lehrgangskosten und Arbeitsentgelt richten sich nach Betriebsgröße und Beschäftigtenzahl. Welche weiteren Förderwege der beruflichen Weiterbildung bestehen, listet das BMAS auf.
Entgeltgruppen und Gehalt nach dem Abschluss
Tarifgebundene Betriebe bezahlen nach Entgeltgruppen, nicht nach Abschluss. Meister und Techniker werden meist ein bis zwei Gruppen über gelernten Fachkräften eingruppiert. Bachelor-Absolventen starten dort, wo Ingenieure eingestellt werden.
Beispielrechnung mit angenommenen Bruttowerten, die sich durch die Zahlen des eigenen Tarifvertrags ersetzen lassen: Fachkraft 3.300 Euro im Monat, Meister in der Werkstattleitung 4.100 Euro, Bachelor-Absolvent in der Entwicklung 4.500 Euro. Bei zwölf Monatsgehältern sind das 39.600, 49.200 und 54.000 Euro brutto im Jahr.
Verbindliche Werte stehen im Tarifvertrag und im Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit. Im öffentlichen Dienst entscheidet die übertragene Tätigkeit, nicht der Abschluss. Wer Personal führt oder Budgets verantwortet, verhandelt sein Gehalt individuell.
Wo die drei Abschlüsse eingesetzt werden
Meister übernehmen Werkstattleitung, Schichtführung, Ausbildungsverantwortung oder technischen Einkauf, im Handwerk oft den Weg in die Selbstständigkeit. Techniker arbeiten in Konstruktion, Arbeitsvorbereitung, Qualitätssicherung und technischem Vertrieb.
Bachelor-Absolventen konstruieren Bauteile und Anlagen, programmieren Software oder leiten Projekte. Mit einem Master öffnet sich der Weg in Forschung und höhere Fachlaufbahnen. Aktuelle Stellen für alle drei Profile finden sich in der Jobsuche der Bundesagentur für Arbeit.
Die eigene Fachlaufbahn in fünf Schritten
Fachlaufbahn in fünf Schritten
- Ziel festlegenFührungsrolle, technische Spezialisierung oder Studium.
- Voraussetzungen prüfenAusbildungsabschluss, Praxisjahre, Hochschulzugang.
- Gesamtkosten rechnenLehrgangsgebühr, Semesterbeitrag und Verdienstausfall.
- Förderung vor dem Start sichernAntrag beim Land, Beratung bei der Agentur für Arbeit.
- Arbeitgeber einbindenFreistellung, Teilzeitmodell und Kostenbeteiligung ansprechen.
Häufige Fragen
Brauche ich für den Techniker das Abitur?
Nein. Eine abgeschlossene Berufsausbildung und meist ein Jahr Berufspraxis genügen für die Fachschule.
Kann ich mit dem Meisterbrief studieren?
Ja. Nach dem KMK-Beschluss von 2009 öffnet der Meisterbrief den allgemeinen Hochschulzugang, unabhängig vom Abitur.
Wie finde ich die Entgeltgruppe meiner Stelle?
Über den Tarifvertrag des Betriebs oder den Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit. Ohne Tarifbindung zählt die Aufgabenbeschreibung.
Übernimmt der Betrieb die Kosten?
Manche Betriebe zahlen Lehrgangsgebühren oder gewähren Freistellung. Ein Anspruch besteht nicht, verhandelbar ist es trotzdem.



