
Weiterbildung
IHK Nordrhein-Westfalen Weiterbildungsprüfungen: Ablauf
IHK Nordrhein-Westfalen Weiterbildungsprüfungen: Überblick zu Zuständigkeit, Zulassung, Anmeldung, Prüfungsschritten, Bewertung und Wiederholung.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Zuständig ist die IHK des Betriebs- oder Wohnsitzes, von der IHK Köln bis zur IHK Ostwestfalen zu Bielefeld.
- Zugelassen wird auf Antrag über eine einschlägige Ausbildung oder mehrjährige Berufspraxis, ein Lehrgang ist nicht Pflicht.
- Die Prüfungsgebühr regelt jede Kammer in ihrer eigenen Gebührenordnung, einheitliche Sätze für NRW gibt es nicht.
- Ein Prüfungsteil gilt ab 50 von 100 Punkten als bestanden, nicht bestandene Teile lassen sich wiederholen.
Wer zur IHK-Fortbildungsprüfung zugelassen wird
IHK Nordrhein-Westfalen Weiterbildungsprüfungen richten sich nach bundesweit geltenden Vorgaben des Berufsbildungsgesetzes; insbesondere regeln §§ 53 und 54 BBiG Fortbildungsordnungen und Fortbildungsprüfungsregelungen. Die Zulassung richtet sich nach der Fortbildungsordnung des jeweiligen Abschlusses. Sie kann je nach Ordnung über eine abgeschlossene, einschlägige Berufsausbildung oder mehrjährige Berufspraxis erfolgen. Wie viele Jahre Praxis nötig sind, steht in der Fortbildungsordnung des jeweiligen Abschlusses, etwa für Fachwirte oder Fachkaufleute.
Zur Anmeldung gehören meist ein tabellarischer Lebenslauf, Ausbildungs- und Arbeitszeugnisse sowie Nachweise über die Berufspraxis. Bei ausländischen Abschlüssen kommen Übersetzungen und Anerkennungsunterlagen hinzu, die Sie früh einreichen sollten, weil die Prüfung der Unterlagen Zeit kostet. Danach erteilt die Kammer den Zulassungsbescheid.
Zulassung: Ausbildung oder Berufspraxis?
Abgeschlossene Berufsausbildung im Bereich?
Ja -> Zulassung über BBiG möglich
Nein -> Mehrjährige Berufspraxis prüfen
Zuständig ist die Kammer des Betriebs- oder Wohnsitzes: Ein Prüfling aus Bonn meldet sich bei der IHK Bonn/Rhein-Sieg an, einer aus Aachen bei der IHK Aachen. Ob beglaubigte Kopien nötig sind, handhabt jede Kammer anders. Wer den Bezirk wechselt, legt die Nachweise neu vor und stimmt sich mit der neuen IHK zum laufenden Verfahren ab.
Anmeldung, Fristen und Prüfungstermine
Die großen Kammern schreiben Fortbildungsprüfungen meist zweimal im Jahr aus, im Frühjahr und im Herbst. Die Termine hängen vom Prüfungsberuf ab und stehen im Prüfungskalender der zuständigen IHK. Dort endet die Anmeldefrist üblicherweise mehrere Wochen vor dem Termin, Nachmeldungen sind selten möglich.
Ablauf der Fortbildungsprüfung
- Anmeldung bei zuständiger IHK
- IHK prüft Zulassungsvoraussetzungen
- Einladung mit Ort, Zeit, Fächern
- Schriftliche und praktische Prüfungsteile
- Ergebnisse und Zeugnis bei Bestehen
- Kammerbezirk über Betriebs- oder Wohnsitz bestimmen.
- Prüfungskalender der IHK prüfen, Termin und Frist notieren.
- Unterlagen zusammenstellen und im Online-Portal hochladen oder per Post senden.
- Prüfungsgebühr nach Bestätigung der Anmeldung überweisen.
- Zulassungsbescheid abwarten und Prüfungsort samt Anfahrt planen.
Gebührenordnung und Fördermöglichkeiten
Jede IHK in Nordrhein-Westfalen legt ihre Gebühren in einer eigenen Gebührenordnung fest und weist die Sätze getrennt nach Prüfung und Prüfungsteil aus. Die Sätze der IHK Köln gelten deshalb nicht für Prüflinge der IHK zu Dortmund oder Düsseldorf. Bei einer Teilwiederholung wird meist nur für die nicht bestandenen Teile eine Gebühr fällig.
Was die Prüfung kostet
| Posten | Wann fällig | Grundlage |
|---|---|---|
| Prüfungsgebühr | mit der Anmeldung | Gebührenordnung der IHK |
| Gebühr für einzelne Prüfungsteile | bei Teilwiederholung | Gebührenordnung der IHK |
| Lehrgangsgebühr | beim Bildungsträger | Angebot des Trägers |
| Lernmittel und Fahrtkosten | laufend | eigene Kalkulation |
Ein Teil der Kosten lässt sich fördern. Aufstiegs-BAfÖG ist einkommensabhängig und wird bei den Ämtern für Ausbildungsförderung der Kreise und kreisfreien Städte beantragt, etwa in Bielefeld oder Bochum. Das BMAS bündelt die Förderung der beruflichen Weiterbildung; ob ein Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit passt, klärt die Agentur vor Kursbeginn.
Bewertung, Wiederholung und die Grenze zur Handwerkskammer
Die Prüfungsausschüsse bewerten nach dem üblichen Punktschlüssel: 50 bis 100 Punkte reichen von ausreichend bis sehr gut, unter 50 Punkten ist ein Prüfungsteil nicht bestanden. Viele Fortbildungsordnungen verlangen zusätzlich, dass bestimmte Fächer einzeln bestanden werden. Wer durchfällt, kann in der Regel zweimal wiederholen, die Fristen setzt die Kammer fest.
Für Handwerksberufe gilt die Handwerksordnung, zuständig ist die Handwerkskammer mit der Meisterprüfung in den Teilen I bis IV. Die IHK prüft kaufmännische und industrielle Fortbildungen, von der Ausbildereignungsprüfung bis zum Industriemeister. Bei kaufmännischen Berufen im Handwerk sollte die Zuständigkeit vor der Anmeldung geklärt werden.
Häufige Fragen
Wie finde ich die Anmeldefrist meiner IHK?
Im Prüfungskalender auf der Webseite der zuständigen Kammer. Die Termine werden dort je Prüfungsberuf veröffentlicht und ändern sich jährlich.
Muss ich einen Lehrgang besuchen?
Nein, die Zulassung hängt an Ausbildung und Berufspraxis. Die IHK prüft, unterrichtet aber nicht; Lehrgänge bieten IHK-Bildungszentren, Verwaltungs- und Wirtschaftsakademien und private Träger.
Worauf sollte ich bei der Wahl eines Lehrgangs achten?
Auf die Abstimmung mit der aktuellen Prüfungsordnung, die Abdeckung aller Prüfungsfächer, Probeklausuren und den Zeitplan neben dem Beruf. Rechnen Sie Lehrgang, Lernmittel, Prüfungsgebühr und Fahrtkosten zusammen, nicht nur die Kursgebühr.
Wo steht die genaue Prüfungsgebühr?
In der Gebührenordnung Ihrer IHK, die online einsehbar ist und die Beträge je Prüfung und Prüfungsteil nennt.

