Bewerbung
Bewerbung und Lebenslauf: Unterlagen, Formate und Fehlerquellen in Deutschland
Bewerbung und Lebenslauf in Deutschland: Unterlagen, ATS, DIN 5008, DSGVO, Kosten in Euro und Fristen für Anschreiben, Zeugnisse und Onlineformate.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Eine vollständige Bewerbung enthält Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse und Nachweise.
- Der tabellarische Lebenslauf steht in umgekehrter Reihenfolge und ohne unerklärte Lücken.
- Online zählt ein ATS-taugliches Format, meist PDF mit Textebene oder DOCX.
- Postbewerbungen folgen der DIN 5008, Bewerberdaten der DSGVO.
- Eine Postbewerbung kostet mit Foto und Mappe zwischen 30 und 73 Euro.
Der Ablauf einer Bewerbung in fünf Schritten
- Schritt, Tag 1: Stellenanzeige auswerten. Bewerber notieren Anforderungen, Ansprechperson und Frist.
- Schritt, Tag 2 bis 5: Unterlagen erstellen. Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnisse werden verfasst.
- Schritt, Tag 6: Prüfen lassen. Eine zweite Person liest Korrektur und vergleicht Anlagen mit der Anzeige.
- Schritt, Tag 7: Versenden. Online als PDF oder per Post nach DIN 5008.
- Schritt, ab Tag 21: Nachfassen. Bewerber fragen freundlich nach dem Stand des Verfahrens.
Die Zuständigkeit für jeden Schritt liegt beim Bewerber. Die Personalabteilung prüft eingehende Unterlagen, die Fachabteilung bewertet die fachliche Eignung. Eine Rückmeldung erfolgt in der Praxis oft innerhalb von zwei bis vier Wochen, eine gesetzliche Antwortfrist gibt es nicht. Wer nach drei Wochen nichts hört, darf nachfragen.
Zwischen Absage und Neubewerbung liegt meist eine kurze Pause. Bewerber aktualisieren dann Zeugnisse, sortieren Anlagen und passen Keywords an. Wer mehrere Verfahren parallel führt, legt eine Liste mit Firma, Stelle, Versanddatum und Frist an. So bleibt der Überblick erhalten.
Bewerber legen eine Mappe mit allen Belegen an. Sie scannen Zeugnisse in Farbe und speichern sie als PDF. Anschreiben und Lebenslauf werden zuletzt gedruckt oder exportiert. Der Versand erfolgt an einem Werktag vormittags, damit die Bewerbung zeitnah im Postfach liegt.
Diese Unterlagen gehören in jede Bewerbung
Die Bewerbungsunterlagen: Das gehört rein der Bundesagentur für Arbeit nennen Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnisse als Kern. Hinzu kommen Nachweise über Qualifikationen, etwa Zertifikate, Sprachzeugnisse oder Fortbildungen. Bewerber ordnen die Anlagen so, wie die Stellenanzeige sie nennt.
| Unterlage | Form | Hinweis |
|---|---|---|
| Anschreiben | eine Seite, PDF oder DOCX | auf Stelle und Unternehmen eingehen |
| Lebenslauf | tabellarisch, zwei Seiten | umgekehrte Reihenfolge, ohne Lücken |
| Zeugnisse | Kopie oder Scan | Arbeitszeugnisse, Abschlüsse, Praktika |
| Nachweise | Zertifikate, Sprachzeugnisse | nur relevante Belege anhängen |
| Foto | freiwillig | kein Pflichtbestandteil mehr |
Ein Bewerbungsfoto ist seit dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz von 2006 freiwillig. Wer keines beifügt, darf deshalb keine Nachteile befürchten. Angaben zu Religion, Familienstand und Schwangerschaft sind ebenfalls nicht verpflichtend. Bewerber entscheiden selbst, welche freiwilligen Angaben sie machen.
Bei der Reihenfolge gilt: Anschreiben oben, dann Lebenslauf, dann Zeugnisse. Die Anlagen werden nicht getackert, sondern in eine Mappe gelegt oder als einzelne PDF-Dateien hochgeladen. Bei Onlinebewerbungen bündeln viele Portale alle Dokumente in einer Datei, andere verlangen getrennte Uploads. Bewerber lesen die Vorgaben der Anzeige genau.
Fehlende Nachweise kosten Zeit. Wer ein Zeugnis nicht sofort zur Hand hat, fordert es schriftlich beim früheren Arbeitgeber an. Die Frist dafür setzen Bewerber selbst, üblich sind zwei Wochen. Ein kurzer Vermerk im Anschreiben erklärt, wann der Nachweis nachgereicht wird.
Ein Deckblatt ist optional und nur bei umfangreichen Mappen üblich. Es nennt Name, Stelle und Kontakt. Ein Anlagenverzeichnis listet alle beigefügten Dokumente mit Seitenzahl. Bei Onlinebewerbungen entfällt beides meist, weil die Dateiliste die Übersicht übernimmt.
Arbeitsproben und Referenzen gehören nur auf Anforderung in die Bewerbung. Wer sie beifügt, nennt den Umfang und die eigene Rolle. Kontaktdaten von Referenzgebern werden erst im Gespräch genannt. So bleibt die Bewerbung schlank.
Die Bewerbung bei der Bundesagentur für Arbeit bündelt Hinweise zu Unterlagen, Formaten und Fristen. Bewerber finden dort auch Vorlagen für Anschreiben und Lebenslauf. Die Seiten werden regelmäßig aktualisiert und richten sich an Berufseinsteiger und Berufserfahrene.
Der Lebenslauf: Aufbau, Reihenfolge und DIN 5008
Der tabellarische Lebenslauf steht in Deutschland in umgekehrter zeitlicher Reihenfolge. Die aktuelle Position kommt zuerst, danach folgen frühere Stationen, dann Ausbildung, Kenntnisse und Interessen. Lücken sind erklärungsbedürftig. Wer Monate ohne Station hat, nennt eine nachvollziehbare Begründung, etwa Elternzeit, Pflege eines Angehörigen oder eine Weiterbildung.
Aufbau und Formulierungen beschreibt die Seite Lebenslauf erstellen der Arbeitsagentur. Pflichtangaben sind Name, Anschrift, Geburtsdatum, Geburtsort, Berufserfahrung und Ausbildung. Freiwillig bleiben Angaben zu Nationalität, Familienstand und Konfession. Bewerber formatieren einheitlich: Monat und Jahr, gleiche Schreibweise, eine Richtung.
Postbewerbungen folgen der DIN 5008. Die Norm regelt Randbreiten, Schriftgröße und Betreffzeile für Geschäftsbriefe. Üblich sind ein linker Rand von 25 Millimetern, ein rechter Rand von 20 Millimetern und eine Schriftgröße zwischen 10 und 12 Punkt. Anschreiben und Lebenslauf nutzen dieselbe Schrift und dasselbe Layout.
Der Lebenslauf umfasst in der Regel zwei Seiten. Bei Berufseinsteigern genügt eine Seite. Berufserfahrene mit vielen Stationen kürzen ältere Positionen und nennen nur die letzten zehn bis fünfzehn Jahre ausführlich. Weiter zurückliegende Stationen stehen in einer Sammelzeile.
Soft Skills gehören nur dann hinein, wenn sie belegt sind. Statt 'teamfähig' beschreiben Bewerber eine konkrete Aufgabe, etwa die Leitung eines Projekts mit vier Beteiligten. Zahlen und Ergebnisse machen den Lebenslauf greifbar. Ein Satz zur eigenen Rolle ist besser als eine Liste von Adjektiven.
Für die Formatierung eignen sich gängige Schriften wie Arial, Calibri oder Times New Roman in elf bis zwölf Punkt. Überschriften stehen fett, Rubriken bleiben einheitlich. Das Datum wird rechtsbündig gesetzt. Seitenzahlen helfen bei mehrseitigen Unterlagen.
Ein Profilfoto im Lebenslauf ist freiwillig. Wer eines nutzt, wählt ein professionelles Porträt ohne Freizeitbezug. Die Dateigröße bleibt klein, damit das Dokument schnell lädt.
Anschreiben und Zeugnisse: Reihenfolge und Fristen
Das Anschreiben ist die erste Seite und richtet sich an eine konkrete Person, wenn der Name bekannt ist. Es besteht aus Betreff, Anrede, Einleitung, Hauptteil und Schluss. Der Hauptteil nennt zwei bis drei Beispiele, die zur Anzeige passen. Die Länge bleibt bei einer Seite.
Der Betreff nennt die Stelle und, falls vorhanden, die Kennziffer. Danach folgen Anrede, Einleitung, Hauptteil und Schluss mit Grußformel. Das Datum steht rechts über dem Betreff oder in der Kopfzeile. Das Anlagenverzeichnis schließt das Anschreiben ab.
Beim Anschreiben erstellen der Arbeitsagentur finden Bewerber Hinweise zu Gliederung und Formulierungen.
Zeugnisse werden als Kopie oder Scan beigelegt, niemals im Original. Die Reihenfolge richtet sich nach der Stelle: das wichtigste Zeugnis zuerst. Arbeitszeugnisse, Abschlusszeugnisse, Praktikumsnachweise und Zertifikate folgen in absteigender Bedeutung. Verlangt das Unternehmen beglaubigte Kopien, setzt es dafür eine Frist im Auswahlverfahren.
Die Bewerbungsfrist steht in der Anzeige und endet häufig zwei bis vier Wochen vor dem gewünschten Start. Später eingehende Bewerbungen werden bei offenen Stellen weiter geprüft. Für einen Wechsel gilt nach der Probezeit eine Kündigungsfrist von vier Wochen zum Monatsende oder zum fünfzehnten. Das regelt Paragraf 622 des Bürgerlichen Gesetzbuchs.
Die Probezeit beträgt meist sechs Monate, in Tarifverträgen auch länger. Während der Probezeit gilt eine Kündigungsfrist von zwei Wochen. Bewerber planen den Wechsel deshalb mit drei bis sechs Monaten Vorlauf. Innerhalb dieser Zeit entstehen Unterlagen, Zeugnisse und ein neuer Lebenslauf.
Onlineformate, ATS und Bewerbungsportale
Die Jobsuche der Bundesagentur für Arbeit bündelt Stellen aus der ganzen Bundesrepublik. StepStone und Indeed sind weitere große Plattformen mit Filtern für Ort, Branche und Erfahrungsstufe. Bewerber legen dort ein Profil an und laden Anschreiben sowie Lebenslauf einmalig hoch. Viele Portale übernehmen die Daten dann in weitere Bewerbungen.
Viele Unternehmen setzen ein Applicant Tracking System ein, kurz ATS. Bekannte Systeme sind SAP SuccessFactors, Oracle Taleo und Personio. Das ATS liest die Datei maschinell aus und vergibt Trefferpunkte. Tabellen, Textboxen, Kopfzeilen und Grafiken stören diese Auswertung. Deshalb speichern Bewerber als PDF mit Textebene oder als DOCX.
Keywords aus der Anzeige helfen. Wer die Begriffe der Ausschreibung im Lebenslauf aufgreift, erhöht die Trefferquote im ATS. Die Datei heißt sprechend, etwa Nachname_Vorname_Lebenslauf.pdf. Sonderzeichen und Leerzeichen im Dateinamen vermeiden. Ein Scan ohne Textebene ist für ATS unbrauchbar.
Onlineformulare verlangen oft einzelne Felder statt einer Datei. Bewerber füllen diese Felder vollständig aus und laden den Lebenslauf zusätzlich hoch. Das Anschreiben kommt in ein Textfeld oder als PDF. Wer die Felder leer lässt, riskiert eine schlechtere Sortierung.
Eine E-Mail-Bewerbung ist ein Sonderfall. Sie enthält ein kurzes Anschreiben im Nachrichtentext und alle Anlagen als PDF. Die Betreffzeile nennt Stelle und Namen, zum Beispiel Bewerbung als Projektleiterin, Muster, Anna. Einzelne Dateien bleiben unter zwei Megabyte, damit die Mail nicht abgewiesen wird.
Suchagenten der Portale informieren per E-Mail über neue Stellen. Bewerber legen Suchbegriffe, Ort und Umkreis fest. Die Jobsuche der Bundesagentur für Arbeit bietet denselben Dienst kostenlos. StepStone und Indeed haben ähnliche Funktionen in ihren Apps.
Onlineprofile sind öffentlich sichtbar. Bewerber prüfen die Sichtbarkeitseinstellungen und laden nur Unterlagen hoch, die sie teilen wollen. Ein Löschantrag beim Portal ist jederzeit möglich. Die DSGVO gilt auch für Bewerberprofile.
Was eine Bewerbung in Deutschland kostet
Die Kosten hängen vom Weg ab. Eine reine Onlinebewerbung ist fast kostenlos, eine Postbewerbung mit Mappe verursacht mehrere Euro pro Versuch. Die folgende Beispielrechnung zeigt typische Ausgaben für eine Bewerbung mit Foto und Mappe. Alle Beträge sind Schätzwerte in Euro, brutto inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer.
| Position | Betrag (Beispiel) |
|---|---|
| Passfoto im Studio | 20 bis 50 Euro |
| Papier und Druck | 5 bis 10 Euro |
| Portokosten pro Brief | 1 bis 2 Euro |
| Bewerbungsmappe | 3 bis 8 Euro |
| Zeugniskopien | 1 bis 3 Euro |
| Summe pro Postbewerbung | 30 bis 73 Euro |
Bei zehn Postbewerbungen liegen die Kosten zwischen 300 und 730 Euro. Onlinebewerbungen verursachen nur Zeit und Strom. Ein Bewerbungscoaching kostet je nach Anbieter zwischen 80 und 150 Euro pro Stunde. Die Agentur für Arbeit kann Bewerbungskosten auf Antrag erstatten, wenn die Voraussetzungen vorliegen.
Wer die Kosten senkt, druckt zu Hause auf gutem Papier und nutzt digitale Zeugniskopien. Bewerbungsfotos lassen sich günstig in Automaten oder bei Onlineanbietern erstellen. Portokosten entfallen bei Onlinebewerbungen. Ein Steuerabzug ist möglich, wenn die Kosten als Werbungskosten anerkannt werden.
Die Kosten lassen sich in der Steuererklärung als Werbungskosten ansetzen. Dazu gehören Fahrtkosten, Porto, Fachliteratur und Bewerbungsfotos. Belege sammeln und dem Finanzamt auf Anforderung vorlegen. Der Arbeitgeber erstattet Bewerbungskosten nur, wenn dies vertraglich vereinbart ist.
Wer sich auf eine Stelle bewirbt, die eine Gehaltsangabe verlangt, nennt eine Spanne. Die Spanne orientiert sich an Tarif, Region und Erfahrung. Bewerber recherchieren vorher bei der Bundesagentur für Arbeit oder in Gehaltsportalen. Eine zu niedrige Angabe lässt sich später schwer korrigieren.
Typische Fehlerquellen und ihre Folgen
- Lücken im Lebenslauf ohne Erklärung
- Rechtschreibfehler im Anschreiben
- Ungeordnete oder unpassende Anlagen
- Dateiformat ohne Textebene
- Falsche Ansprechperson oder falscher Firmenname
Diese Fehler führen in der Praxis häufig zur Absage. Personalabteilungen prüfen zuerst Form und Vollständigkeit, danach den Inhalt. Schon ein falscher Firmenname im Anschreiben genügt für das Aus. Bewerber lesen die Unterlagen mehrfach und lassen sie von einer zweiten Person prüfen.
Rechtschreibfehler wirken besonders schwer, weil Personalabteilungen sie als mangelnde Sorgfalt werten. Bewerber nutzen die Rechtschreibprüfung und lassen den Text laut vorlesen. Ein zweiter Blick auf Namen, Daten und Firmenbezeichnungen verhindert die häufigsten Patzer.
Lücken sind kein Ausschlusskriterium, wenn sie erklärt werden. Ein Halbsatz zu Elternzeit, Weltreise oder Pflege genügt. Wichtig ist die zeitliche Einordnung. Wer die Lücke verschweigt, riskiert Rückfragen im Gespräch.
Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz verbietet Diskriminierung wegen Geschlecht, Herkunft, Religion, Behinderung, Alter oder sexueller Orientierung. Betroffene machen Ansprüche innerhalb von zwei Monaten geltend. Die Frist beginnt mit Kenntnis der Benachteiligung. Bewerber dokumentieren deshalb Absagen, Daten und den Verfahrensverlauf.
Ein weiterer Fehler ist die falsche Anrede. Wenn der Name unbekannt bleibt, lautet die Anrede 'Sehr geehrte Damen und Herren'. Bei bekanntem Namen steht der Nachname mit Titel. Kreative Anreden wirken in konservativen Branchen riskant, in Start-ups eher akzeptabel.
Datenschutz nach DSGVO: Rechte der Bewerber
Bewerberdaten dürfen nur für das Bewerbungsverfahren verarbeitet werden. Rechtsgrundlage ist Paragraf 26 des Bundesdatenschutzgesetzes, ergänzt durch die DSGVO. Unternehmen löschen die Daten meist sechs Monate nach Abschluss des Verfahrens, um mögliche AGG-Ansprüche abzuwehren. Eine Aufbewahrung in einem Talentpool braucht die Einwilligung der Bewerber.
Nach der DSGVO haben Bewerber ein Recht auf Auskunft, Berichtigung, Löschung und Widerspruch. Ein Auskunftsantrag geht an die Datenschutzbeauftragte oder den Datenschutzbeauftragten des Unternehmens. Die Antwortfrist beträgt nach Artikel 12 Absatz 3 DSGVO einen Monat, mit Verlängerung um zwei weitere Monate bei komplexen Anträgen.
Für eine Speicherung über das Verfahren hinaus braucht das Unternehmen eine Einwilligung. Bewerber können sie erteilen, einschränken oder verweigern. Die Einwilligung ist jederzeit widerruflich. Ohne Einwilligung endet die Speicherung mit dem üblichen Löschlauf.
Bewerber sollten im Formular nur die Daten angeben, die verlangt werden. Angaben zu Krankheit, Schwangerschaft oder Gewerkschaftszugehörigkeit sind unzulässig. Wer seine Daten später löschen lassen will, stellt einen schriftlichen Antrag und notiert das Datum. Die Antwort des Unternehmens kommt schriftlich oder per E-Mail.
Bewerbung im öffentlichen Dienst und in der freien Wirtschaft
Im öffentlichen Dienst gelten formale Vorgaben. Bewerbungen gehen an die ausgeschriebene Stelle, oft über ein Bewerbungsportal des Bundes, eines Landes oder einer Kommune. Zeugnisse und Nachweise werden genau geprüft. Tarifgebundene Häuser verlangen häufig zusätzliche Formulare, etwa eine Erklärung zu früheren Beschäftigungen.
Der öffentliche Dienst verlangt oft ein Bewerbungsformular, das die Personalabteilung bereitstellt. Bewerber füllen es vollständig aus und fügen die Unterlagen bei. Eine Kennziffer gehört in den Betreff. Nach der Auswahl erhalten Bewerber eine schriftliche Mitteilung, auch bei Absage.
In der freien Wirtschaft zählt neben der Form die Passung. Ein kurzes, klares Anschreiben mit Bezug zur Stelle wirkt besser als ein langer Text. Start-ups prüfen oft zuerst den Lebenslauf, dann das Anschreiben. Große Konzerne lassen Bewerbungen zuerst durch ein ATS laufen.
Öffentliche Arbeitgeber nennen in der Ausschreibung oft eine Bewerbungsfrist und eine Kennziffer. Bewerber zitieren die Kennziffer im Betreff. Schwerbehinderte Bewerber können eine Gleichstellung beantragen und einen Nachweis beifügen. Die Personalabteilung lädt dann zum Gespräch ein oder fordert weitere Unterlagen nach.
Initiativbewerbung und Berufswechsel: Besonderheiten
Eine Initiativbewerbung richtet sich an ein Unternehmen ohne konkrete Ausschreibung. Sie enthält dieselben Unterlagen, aber ein Anschreiben mit Bezug zu Aufgaben und Team. Bewerber recherchieren vorher die Abteilung und die Ansprechperson. Die Bewerbung geht an die Personalabteilung, mit Kopie an die Fachabteilung.
Initiativbewerbungen sollten zeitlich gestreut werden. Ein Versand an zwanzig Unternehmen pro Woche bringt viele Absagen, aber auch Gespräche. Bewerber notieren Firma, Datum und Ansprechperson. Nach zehn Tagen folgt ein kurzer Anruf.
Beim Berufswechsel zählt die Begründung. Bewerber erklären knapp, warum sie wechseln wollen, ohne den alten Arbeitgeber abzuwerten. Weiterbildungen aus den letzten zwei Jahren belegen den neuen Schwerpunkt. Ein Arbeitszeugnis der aktuellen Stelle wird nur auf Anforderung vorgelegt, um den Arbeitgeber nicht früh zu informieren.
Quereinsteiger bündeln übertragbare Fähigkeiten aus früheren Berufen. Sie nennen Projekte, Verantwortung und Ergebnisse, nicht nur Aufgaben. Ein Anschreiben erklärt den Übergang in zwei Sätzen. Fehlende Zertifikate ersetzen sie durch Beispiele und Weiterbildungsnachweise.
Nach der Bewerbung: Gespräch, Absage, Vertrag
Nach der Sichtung folgt meist ein telefonisches Vorgespräch. Danach lädt die Fachabteilung zum Gespräch ein, oft in zwei Runden. Bewerber bereiten Beispiele zu fachlichen Fragen vor und bringen Zeugnisse im Original mit. Die Reisekosten zum Gespräch erstattet der Arbeitgeber häufig auf Nachfrage.
Eine Absage kommt schriftlich oder per E-Mail. Bewerber fragen nach den Gründen, wenn sie daraus lernen wollen. Ein kurzer Dank für die Rückmeldung bleibt höflich. Nach der Absage können Bewerber ihre Unterlagen aktualisieren und erneut bewerben.
Bei einer Zusage folgt der Arbeitsvertrag. Bewerber prüfen Probezeit, Kündigungsfrist, Arbeitszeit und Vergütung. Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen ergänzen den Vertrag. Fragen klärt die Personalabteilung vor der Unterschrift.
Häufige Fragen
Wie lang darf ein Anschreiben sein?
Eine Seite genügt. Der Hauptteil enthält zwei bis drei konkrete Beispiele zur ausgeschriebenen Stelle.
Muss ein Bewerbungsfoto beigefügt werden?
Nein, das Foto ist freiwillig. Ohne Foto entstehen keine Nachteile.
Welches Dateiformat ist für Onlinebewerbungen richtig?
PDF mit Textebene ist Standard, DOCX wird ebenfalls akzeptiert. Scans ohne Textebene sind ungeeignet.
Wie viele Zeugnisse gehören in die Bewerbung?
Die wichtigsten drei bis fünf Nachweise genügen. Originale bleiben zu Hause.
Was kostet eine Bewerbung in Deutschland?
Online fast nichts, postalisch zwischen 30 und 73 Euro pro Bewerbung inklusive Mappe und Foto.
In diesem Leitfaden
- Checkliste für Bewerbungsunterlagen nach Branche und BerufserfahrungCheckliste Bewerbungsunterlagen: Welche Anschreiben, Zeugnisse, Zertifikate und Nachweise Industrie, Handwerk, IT, Pflege und öffentlicher Dienst verlangen.
- Bewerbung und Lebenslauf: Was Personalverantwortliche wirklich prüfenWas Personalverantwortliche in Bewerbung und Lebenslauf prüfen: Passung, Lücken, Noten, Zertifikate und Datenschutz, belegt mit BA- und Verbandsangaben.
- Bewerbung und Lebenslauf mit 5 Beispielen zu Kosten und VorlagenBewerbungskosten und Vorlagen 2024 in Deutschland: fünf Kostenpositionen in Euro, Beispielrechnung sowie kostenlose Vorlagen von BA, IHK und Handwerkskammern.